Fahrdynamikregelsysteme: Für eine sichere Fahrt

Mit Fahrdynamikregelsystemen verfolgt man zwei Ziele: Einerseits machen sie Fahrzeuge sicherer, da sie in problematischen Fahrsituationen unterstützend eingreifen. Andererseits können Fahrdynamikregelsysteme so abgestimmt werden, dass die jeweilige DNA eines OEMs umgesetzt wird.

Da Fahrdynamikregelsysteme Einfluss auf die Fahrzeugbewegung nehmen, spielen einige der Systeme eine gewichtige Rolle, das Ziel des autonomen Fahrens zu erreichen. Beispielsweise setzt das ESC den Bremswunsch im autonomen Fahrzeug um.

Fahrdynamikregelsysteme werden kontinuierlich weiterentwickelt, um die Sicherheit und den Komfort von Fahrzeugen immer weiter zu steigern. So umfasst ein ESC mittlerweile diverse unterstützende Zusatzfunktionen. Dies lässt den Absicherungsaufwand in der Entwicklung enorm steigen.

Gleichzeitig kommen immer mehr Fahrzeugvarianten eines Modells auf den Markt, was ebenfalls zu einem erhöhten Testaufwand führt, da das System für jede Fahrzeugvariante überprüft werden muss.

Um diesem gestiegenen Aufwand gewachsen zu sein, muss der Entwicklungsprozess effizienter gestaltet werden. Da nur eine begrenzte Zahl an realen Prototypen zur Verfügung steht, ist der virtuelle Fahrversuch als Ergänzung zum realen Fahrversuch für die Freigabeprozedur hierfür die Lösung. Mit unseren Simulationslösungen können Sie die Systeme schon frühzeitig testen und freigeben.

ESC

Fahrdynamikregelsysteme effizient entwickeln

Das ESC wird als eine der wichtigsten Erfindungen im Fahrzeugsicherheitsbereich gehandelt, weshalb der Verbau für Neufahrzeuge in den letzten Jahren in vielen Ländern verpflichtend wurde – beispielsweise in der EU, den USA, Japan und Südkorea. Es ist davon auszugehen, dass die Verbreitung weiter ansteigt – die Weltgesundheitsorganisation plädiert gar für einen weltweit verpflichtenden Einbau des Sicherheitssystems. Die Bedeutung des Tests und der Absicherung des Fahrdynamikregelsystems ESC ist somit enorm.

Zusatzfunktionen des ESC

So können Sie den virtuellen Fahrversuch für die Entwicklung Ihres Fahrdynamikregelsystems einsetzen:

  • Das Fahrermodell IPGDriver kann unterschiedliche Fahrertypen repräsentieren und so eine weite Spanne an Fahrstilen – von vorsichtig bis hektisch-aggressiv – abbilden. So können Sie die Robustheit Ihres Systems einfach virtuell überprüfen.
  • Mit dem Fahrzeugdatensatzgenerator sind Sie direkt startklar für Ihre Tests. Auf Basis der in CarMaker generierten Fahrzeugdaten ist das Fahrzeugmodell auf Knopfdruck hinreichend genau bedatet, so dass sich sowohl Fail-Safe-Tests als auch ein Großteil der Funktionstests einfach durchführen lassen.
  • Der Fail Safe Tester unterstützt Sie bei Fail-Safe-Tests, indem er elektrische Fehler in Echtzeit generiert. So lassen sich Fail-Safe-Tests in Manövern millisekundengenau reproduzierbar einsteuern.
  • Mit unserem ESC-HIL können Sie z. B. testen, ob Ihr System das Fahrzeug auch bei niedriger Bordspannung vor einem Überschlag schützt.

Funktionsweise ESC

Simulationsbasierte ESC-Homologation

Dank simulationsbasierter ESC-Homologation ist der gestiegene Entwicklungsaufwand beherrschbar

Bei steigender Variantenvielfalt an Fahrzeugen und gleichzeitiger ESC-Pflicht kann nicht jede Variante mittels eines realen Prototyps freigegeben werden. Die Lösung ist die simulationsbasierte Homologation.

Das Prinzip dabei: Die Freigabe einer Variante wird gleichzeitig im realen und im virtuellen Fahrzeug durchgeführt. Stimmen die Ergebnisse sehr gut überein, reicht eine Überprüfung weiterer Varianten mit dem virtuellen Fahrzeug aus. Dieses Vorgehen ist in Regelung ECE-R 13-H der Wirtschaftskommission für Europa der Vereinten Nationen beschrieben.

Auf diese Weise ist eine Homologation bereits in der SIL- und HIL-Phase möglich, die Tests können also früher im Entwicklungsprozess durchgeführt werden – und wir bieten Ihnen dafür mit CarMakerTruckMaker und MotorcycleMaker die richtige Simulationssoftware. Auch das Testmanagement ist so leicht zu handhaben: Der Test Manager und die vorhandenen Archivierungsmechanismen bieten die optimale Unterstützung. 

Durch den Einsatz der CarMaker-Produktfamilie kann auch die Zusammenarbeit bei der Freigabe zwischen OEM und Zulieferer erleichtert werden. Die Fahrzeugdaten können in verschlüsselter Form schon frühzeitig zwischen OEM und Zulieferer ausgetauscht werden, so dass nicht auf reale Prototypen gewartet werden muss – das spart Zeit und Kosten. 

Hier finden Sie weitere Informationen zum Thema.

Simulationsbasierte ESC-Homologation: CarMaker bei Bosch/Daimler (Apply & Innovate 2012)
1.34 MB / PDF / 2012 / Daimler, Klaus Wüst; Bosch, Albert Lutz/ Englisch
Simulationsbasierte ESC-Homologation: CarMaker bei PSA (Apply & Innovate 2012)
1.35 MB / PDF / 2012 / PSA, Dr. Alfonso Porcel/ Englisch
Simulationsbasierte ESC-Homologation: CarMaker bei Opel (Apply & Innovate 2012)
6.04 MB / PDF / 2012 / Adam Opel AG, Karl Michael Hahn/ Englisch
Variantenverifizierung: CarMaker bei Porsche (Apply & Innovate 2010)
0.61 MB / PDF / 2010 / Porsche AG, Dr. F. Fuhr/ Englisch
Easy Move Function: CarMaker bei PSA (Apply & Innovate 2010)
3.44 MB / PDF / 2010 / PSA, Olivier Collin - Alten/ Englisch

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