Innovationen, Informationen und künstliche Intelligenz

Zwei Tage drehte sich alles rund um den virtuellen Fahrversuch auf der Apply & Innovate 2018

Über 270 Simulationsspezialisten kamen am 11. und 12. September ins Karlsruher TOLLHAUS und ließen sich vom vielfältigen Anwendungspotenzial des virtuellen Fahrversuchs begeistern.

Für alle, die nicht dabei sein konnten oder die Veranstaltung noch einmal Revue passieren lassen wollen, vermittelt unser Rückblicksvideo einen kleinen Eindruck von der Atmosphäre vor Ort.

Einen Großteil der 37 sehr interessanten Präsentationen der Veranstaltung finden Sie hier.


Erster Konferenztag

„My name is NOX, the Robot“. So begrüßte ein 2,40m großer, mechanisch ausgeklügelter Technologie-Koloss die Gäste der diesjährigen Konferenz und ließ das ein oder andere Ingenieursherz etwas höher schlagen. Bei der Entwicklung neuer Fahrzeugmodelle spielen Roboter noch keine Rolle, aber die Virtualisierung und Digitalisierung von Verkehrsszenarien zur Absicherung von Fahrerassistenzsystemen, Sensorfunktionen oder fahrdynamischen Komponenten im virtuellen Prototyp, gewinnt immer mehr an Bedeutung. „Wir sehen bei unseren Kunden, dass tiefer greifende Änderungen am Entwicklungsprozess vorgenommen werden und regelrecht eine Transformation dieses Prozesses stattfindet. Die Simulation wird in Zukunft ein wesentlicher Bestandteil sein, um Fahrzeuge für die Serie freizugeben“, fasste Steffen Schmidt, Geschäftsführer von IPG Automotive, die aktuellen Entwicklungen zusammen.

Shun Kawabe von Honda bestätigte dies und sprach in seiner Keynote vom Frontloading in der Fahrzeugentwicklung mittels virtuellem Prototyp als Lösung für die aktuellen Herausforderungen und die sich daraus ergebenden Prozessreformen. Anhand mehrerer Beispiele aus unterschiedlichen Anwendungsgebieten zeigte er auf, dass es mit dem virtuellen Prototyp möglich ist, bereits frühzeitig und in jedem Stadium der Konzeptphase, die Konzepte auf Gesamtfahrzeugebene abzusichern noch bevor reale Prototypen gebaut werden.

In der Keynote von Jinhwa Lee von der Hyundai Motor Company ging es im Anschluss um den Aufbau von virtuellen Prototypen und deren Einsatz in verschiedenen Anwendungsgebieten. Die Keynote von Sven-Etienne Henschel von EFS Elektronische Fahrwerksysteme und Rohan Prakash Deshetti von Robert Bosch beschäftigte sich mit den Entwicklungssprüngen bei der Virtualisierung am Beispiel von Bremsregelsystemen als Ergebnis der engen Zusammenarbeit zwischen dem OEM und dem Zulieferer.

Danach folgten zahlreiche interessante Vorträge von Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen über innovative Simulationsprojekte in parallel-laufenden Sessions. Die inhaltlichen Schwerpunkte lagen dabei auf Anwendungen in den Bereichen Fahrerassistenz und automatisiertes Fahren, künstliche Intelligenz, Powertrain und Fahrdynamik. In den Pausen gab es viel Raum für den persönlichen Austausch.

Der erste Tag der Veranstaltung endete, wie er begonnen hatte: Roboter NOX mischte sich unter die Teilnehmer der Abendveranstaltung und war ein begehrtes Fotomotiv. Dank gutem Wetter konnte das abendliche Networking der Teilnehmenden im Freien stattfinden und der erste Veranstaltungstag fand einen gelungenen Abschluss.

 

 

Zweiter Konferenztag

Der zweite Veranstaltungstag stand nochmals im Zeichen des Aufbaus und der Nutzung virtueller Prototypen. Zudem gab es Sessions zur Szenariengenerierung im Rahmen der Validierung von Funktionen zum automatisierten Fahren. Auch die Nutzung von künstlicher Intelligenz auf dem Weg zum autonomen Fahren bildete erneut einen Schwerpunkt.

Wieder einmal erreichte IPG Automotive mit der Apply & Innovate einen großen Kreis der Automobilhersteller, Zulieferer und Forschungseinrichtungen und spiegelte mit dem vielfältigen Programm die aktuellen Entwicklungen, bei denen der virtuelle Fahrversuch im Prozess eingesetzt wird, wider. Das positive Feedback der Teilnehmenden zeigt, dass die Apply & Innovate einen großen Stellenwert im Veranstaltungskalender einnimmt und als innovativer Inputgeber für eigene Projekte wahrgenommen wird.

Vorstellung praktischer Anwendungsfälle in der Fachausstellung

Während beider Tage präsentierten sich 3D Mapping Solutions, AB Dynamics, atlatec, AZAPA, Bosch Engineering, Elektrobit, Gamma Technologies, GeneSys Elektronik, HORIBA, Karlsruher Institut für Technologie, Konrad Technologies, KS ENGINEERS, PTV, QTronic, rFpro, S.E.A. Datentechnik, Soluzioni Ingegneria, TRANSPOLIS auf der begleitenden Fachausstellung.

Zudem gab es die Möglichkeit, an den Ständen einiger Aussteller in 10-minütigen Pitch-Sessions alles über die kundenspezifischen Anwendungen der Produkte von IPG Automotive zu erfahren und Rückfragen zu stellen.

Auch IPG Automotive stellte sich an beiden Tagen an einem eigenen Stand mit Neuerungen der Simulationslösung CarMaker vor. Besonders die parallele Simulation auf mehreren Prozessoren bzw. Prozessorkernen mithilfe von klassischen High Performance Computing-Clustern oder cloudbasierten Lösungen stieß auf großes Interesse. Das im Frühjahr 2019 geplante Release 8.0 der Simulationslösung CarMaker wird noch viele weitere Neuerungen beinhalten.

Was genau die Kunden, Partner und Interessierten erwarten können, wird beim Open House am 19. März 2019 vorgestellt. Seien Sie gespannt.