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Neueste Technik und große Emotionen – die Formula Student Saison 2016

Zu Besuch beim Roll-out 2016 von KA-RaceIng

Die Wiege der deutschen Formel 1-Fahrer sind die Kartbahnen Deutschlands; der Start für viele Fahrzeugentwickler sind die Formula Student Teams der Hochschulen. Was dort für den studentischen Rennsport geleistet wird, entspricht ziemlich gut dem großen Original: Planen, Entwickeln, Testen und dann das Fahrzeug Rennen für Rennen mit so wenig technischen Pannen und Fahrfehlern ins Ziel bringen.

Ursprünglich nur in den USA ausgetragen, wurde die Idee der Formula Student schnell auch international verbreitet, so dass sich Ende der Neunziger und in den 2000er Jahren immer mehr Teams bildeten, die am internationalen Konstruktionswettbewerb teilnehmen wollten. Als Pionier auf dem Gebiet des virtuellen Fahrversuchs wollten wir natürlich schon damals junge Technikbegeisterte gerne bei ihrem Vorhaben unterstützen. Deshalb stellen wir seitdem verschiedenen Teams Lizenzen von CarMaker und IPGKinematics zur Verfügung, um aus guten Rennwagen noch bessere zu machen. Selbstverständlich fiel die Wahl für unsere Unterstützung – neben vielen anderen nationalen und internationalen Teams – auch auf die heimischen Teams der Karlsruher Hochschulen: KA-RaceIng vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT, früher Universität Karlsruhe) und das High Speed-Team der Hochschule für Wirtschaft und Technik, die beide erstmalig im Jahr 2007 am Hockenheimring an den Start gingen. Wir freuen uns gemeinsam mit Ihnen über eine 10-jährige Erfolgsgeschichte! Das entsprechende Event des High Speed Teams findet am 25. Mai 2016 statt. Das Team von KA-RaceIng hat dieses Jubiläum bereits am 27. April 2016 gebührend auf ihrem diesjährigen Roll-out gefeiert – und wir waren dabei!

Das Team füllte mit seiner Veranstaltung den kompletten Audimax des KIT; dabei fand nicht einmal jeder einen Sitzplatz. Von Anfang an waren die Spannung und die Erwartungshaltung hoch, denn die zwei verhüllten Rennboliden machten neugierig. Das Publikum wurde durch ein abwechslungsreiches und lebhaftes Programm geführt. Nach einer kurzen Historie ließen die beiden Moderatoren Geschichte lebendig werden und baten die zwei Gründungsmitglieder auf die Bühne. Andreas Wagner und Moritz Vaillant plauderten aus dem Nähkästchen, so dass das Publikum sich fast in das Wintersemester 2006 in die Vorlesung „Grundlagen der Fahrdynamik“ zurückversetzt fühlte. „Die zündende Idee war, etwas Praktisches zu machen“, erzählte Moritz Vaillant. Der Unterschied zu vielen anderen Ideen war, dass sie diese tatsächlich in die Tat umsetzen und sowohl die Unterstützung der Hochschule, erste Sponsoren und neue begeisterte Teammitglieder gewinnen konnten. Die Leidenschaft zahlte sich aus: 2007 wurde das Team als bester „Newcomer“ gekürt, weitere Preise und gute Platzierungen sind im Laufe der Jahre dazu gekommen. Andreas Wagner stellte anerkennend fest: „Heute ist das Team zwei Stufen weiter, die Professionalisierung ist eindeutig da.“ Beide Gründer nutzen auch die Möglichkeit für das Engagement für solche praxisbezogenen Tätigkeiten neben dem Studium zu plädieren – die Softskills gäbe es ja quasi automatisch dabei auch noch dazu.

Beeindruckend waren die vielen kleinen Daten, Fakten und Berichte aus den letzten zehn Jahren. So kämen über 50.000 Din-A4-Seiten zustande, würde das interne Wiki zur Wissensweitergabe ausgedruckt werden. Interessant ist auch, dass pro Saison im Durchschnitt 77 Rollen Panzertape verwendet werden. Und nicht zuletzt ist bemerkenswert, dass im KA-RaceIng-Team in den zehn Jahren seit Bestehen Teammitglieder aus 29 Nationen ihren Platz gefunden haben.

Am Ende ging es dann aber doch darum, was alle eint – die Entwicklung der Fahrzeuge selbst. Hier war eindeutig zu erkennen, dass da viele zukünftige Ingenieure beteiligt sind. Die einzelnen Entwicklungsschritte der Rennwagen, mittlerweile sowohl ein Benziner als auch ein Elektrofahrzeug, wurden einzeln präsentiert. Beim Thema Optimierung durch Simulation haben wir natürlich besonders genau hingehört – und uns über das Ergebnis gefreut. Die beiden Moderatoren betonten: „Bei der Formula Student ist das agile Einlenkverhalten enorm wichtig.“ Was bei den Tests herauskam: Mithilfe von Simulationen konnte dieses in engen Kurven um 30 Prozent optimiert werden.  Und dann kam das erwartete Finale des Abends: Zwei sehr professionelle, technisch optimierte, endlich enthüllte Rennwagen für die Saison 2016. Sie warten auf ihren Einsatz – und wenn jetzt Ihre Neugier geweckt ist, können Sie ja beim Deutschlandrennen der Formula Student am Hockenheimring vom 9.–14. August 2016 vorbeischauen.

Das „Formula CarMaker“-Programm 

Für uns steht fest: Dieses Engagement unterstützen wir weiter. Denn nicht nur die Ergebnisse zeigen, dass der virtuelle Fahrversuch auch bei der Formula Student gewinnbringend eingesetzt werden kann, auch unsere jährlichen Schulungen für Aktive der Formula Student Teams ist jedes Mal frühzeitig ausgebucht.

Für Fragen rund um das Formula CarMaker-Programm ist unser Formula CarMaker Support zuständig, das per E-Mail an FormulaCarMaker(at)ipg.de erreichbar ist.

Alles Wissenswerte finden Sie auch auf unserer Formula CarMaker Seite.

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