Komfortsysteme: Damit nicht nur das Fahren, sondern auch das Testen angenehm ist

Komfort ist neben Sicherheit eines der zentralen Kaufargumente für ein Fahrzeug – daher sollte diesen Aspekten eine entsprechende Bedeutung bei der Entwicklung zukommen. Außer durch Fahrwerksabstimmung oder Innenraumgestaltung wird ein Mehr an Komfort wesentlich durch Komfortsysteme erlangt. Neben schon lange etablierten Maßnahmen wie dem Einsatz von Navigationsgeräten sollen dem Fahrer zunehmend weitere Aufgaben erleichtert oder ihm teilweise abgenommen werden, etwa das Einparken oder die Kenntnis über die aktuell erlaubte Geschwindigkeit. Doch Komfort ist sehr individuell, wodurch verschiedenste Faktoren wie Reaktionszeiten, Fahrverhalten etc. in der Komfortbetrachtung berücksichtigt werden müssen. 

Dem Wunsch, solche Untersuchungen möglichst frühzeitig durchzuführen und zu bewerten, können Sie mit dem virtuellen Fahrversuch begegnen. Das ist umso relevanter, als dass der gestiegene Einsatz an Funktionen sowie deren starke Vernetzung untereinander zu einem sprunghaften Anstieg des Testaufwands geführt haben. Mit virtuellen Tests beherrschen Sie diesen Aufwand und untersuchen sowohl das System selbst als auch die Interaktionen mit anderen Systemen.

Und Sie erreichen das Ziel, dass Ihre Kunden zuverlässige Assistenten an Bord haben. Die Möglichkeiten im Bereich Komfort von Assistenzsystemen bis hin zu Connected Services sind weiter stark zunehmend und ein Ende der Möglichkeiten ist noch längst nicht erreicht – gehören Sie zu den Vorreitern!

Abstandsregelsysteme

Eine Frage des richtigen Abstands

Ein Tempomat gehört mittlerweile fast zur Grundausstattung eines Fahrzeugs; und auch die Weiterentwicklung ACC (Abstandsregeltempomat) ist immer weiter verbreitet. Was bei der Fahrt komfortabel ist, birgt jedoch einige Herausforderungen für die Entwicklung, z. B. das Agieren des Systems über den gesamten Geschwindigkeitsbereich inklusive Stop-and-go-Verkehr, bei dem ganz besonderes Augenmerk auf eine komfortable Regelung gelegt wird. Beim ACC erfolgt die Regelung des Abstandes zum Vordermann über Motor- und Bremseingriffe. Sie muss einwandfrei funktionieren, um Gefahrensituationen zu vermeiden. Gleichzeitig sollte es sich in der Ausübung der Fahrfunktion in den normalen Verkehrsfluss eingliedern. 

All die potenziellen Aspekte können Sie vorab virtuell berücksichtigen, um real weniger Feinjustierungen durchzuführen: Abruptes Bremsen vermeiden, komfortables Bremsen und Beschleunigen in Stausituationen, Umgang mit false negatives und false positives etc. Seien Sie mit dem virtuellen Fahrversuch auf der sicheren Seite – egal ob Sie einen Tempomaten, einen Abstandsregeltempomaten oder ein intelligentes Geschwindigkeitsregelsystem (Intelligent Speed Adaptation, ISA) entwickeln.

So nutzen Sie den virtuellen Fahrversuch für Ihre Tests:

  • Alle erforderlichen Verkehrsszenarien und real schwierig abzubildende Szenarien virtuell aufbauen, z. B. Kolonnenverkehr oder die CarMaker-Funktionalität „autonomer Verkehr“ für das Testen von ACC.
  • Beliebige Szenarien von dichtem Verkehr bis hin zu Überlandfahrten einfach mit der Szenarienbeschreibung realisieren.
  • Per Szenariengenerierung real aufgezeichnete Szenarien per Mausklick in die virtuelle Welt übertragen.
  • Auswirkungen von false negatives und false positives mit den Sensormodellen in der CarMaker-Produktfamilie testen.
  • Zusätzliche Informationen von anderen Funktionen (z. B. Geschwindigkeitslimits) validieren.
  • Komplexeste Szenarien sowie die verschiedenen Ebenen der Absicherung ohne großen Aufwand durch die Einbettung des realen Fahrzeugs in die virtuelle Umgebung mit Vehicle-in-the-Loop testen, z. B. Übergabe von ACC an AEB.
  • Per Test Ware Package einen Testkatalog für ACC für automatisierte Tests nutzen.
  • Die geeignetste HMI-Anzeige, z. B. Darstellung eines zu geringen Abstands zum vorausfahrenden Fahrzeug, untersuchen.
Parkassistenzsysteme

Wenn Einparken keine Kunst sondern Technik ist

Ums Einparken ranken sich viele Mythen, Vorurteile und Familiengeschichten. Mit einem Einparkassistenten sind moderne Fahrzeuge jedoch in der Lage, den Fahrern diese Aufgabe abzunehmen und sicher in eine gewählte Parklücke zu manövrieren. Damit dies auf Anhieb und einwandfrei gelingt, muss das System ausgiebig getestet sein. Doch es gibt eine unglaublich hohe Varianz von Längs- und Querparklücken, von Straßenparkplätzen hin zu Parkhäusern, die fehlende Orientierung durch falsch parkende Fahrzeuge, nicht sichtbare Hindernisse etc. Um all diese Varianten im Vorfeld zu berücksichtigen, muss ein umfangreicher Manöverkatalog abgetestet werden. 

Führen Sie dies virtuell durch und Sie können Ihren Parkassistenten bereits zu Anfang des Entwicklungsprozesses so optimieren, dass er mit einer hohen Systemreife in den abschließenden realen Fahrversuchen punkten kann.

So nutzen Sie den virtuellen Fahrversuch für Ihre Tests:

  • Längs- und Querparklücken und sonstige Anwendungsfälle per Manöverkatalog mithilfe des Test Manager automatisiert testen.
  • Funktion von Ultraschall- bzw. Radarsensoren mithilfe unserer Sensormodelle in einer detaillierten virtuellen Umgebung untersuchen.
  • Spezielle Kamerasensoren, z. B. Fischaugenobjektive als Basis spezialisierter Funktionen wie Birds-Eye-View und 360 Grad-Sicht, für parkrelevante Zusatzanzeigen berücksichtigen.
  • Die Kollisionserkennung in CarMaker verwenden, um automatisierte Kollisionen beim Parken zu erfassen und daraufhin den Parkassistenten zu optimieren.
  • Funktionsüberprüfungen, z. B. Detektieren von Parklücken, bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten und trotz verschiedener Witterungsbedingungen durchführen.
  • Informationsanzeigen für den Fahrer im Rahmen einer HMI-Prüfung, etwa per Probandenstudie am Fahrsimulator, optimieren.
  • Reale Parkszenarien mit Vehicle-in-the-Loop virtuell erleben und Variationen von Parklückenszenarien mit verschiedenen Verkehrsteilnehmern per Knopfdruck reproduzierbar variieren – der Testaufwand lässt sich so deutlich reduzieren.
Verkehrsschilderkennung

Von Tempolimit bis Überholverbot - Immer den Überblick behalten

Eine Verkehrsschilderkennung funktioniert kamerabasiert und ist die Grundlage für Warnungen bei Überschreitung des Geschwindigkeitslimits oder Systeme, die automatisiert die Geschwindigkeit halten. Diese Funktion ist äußerst nützlich – sie darf allerdings nicht nur unter Idealbedingungen funktionieren, sondern die erlaubte Geschwindigkeit muss auch bei Beeinträchtigungen erkannt und verarbeitet werden, z. B. bei schlechter Sicht durch Nebel oder die Schilder sind gedreht, verdreckt, eingebeult, zum Teil von Bäumen verdeckt etc. 

Viele Szenarien sind denkbar und müssen bei der Entwicklung berücksichtigt werden, um die Robustheit der Systeme zu gewährleisten. Ebenfalls spielen Faktoren wie verschiedene Winkel (Pkw bzw. Lkw Position) und unterschiedliche Höhen (z. B. bodennahe Schilder bei Tagesbaustellen) eine wichtige Rolle. Und welche Entwicklungsabteilung kann schon alle Länder der Welt abfahren, nur um sicherzustellen, dass länderspezifische Verkehrsschilder überall erkannt werden? Möglich ist dies trotzdem, denn zeit- und kosteneffizient lassen sich solche umfangreichen Untersuchungen im virtuellen Fahrversuch umsetzen.

So nutzen Sie den virtuellen Fahrversuch für Ihre Tests:

  • Zugriff auf eine umfangreiche Datenbank in der CarMaker-Produktfamilie sowie die Möglichkeit zur bequemen Erstellung eigener Datenbanken mit beliebigen Schildern
  • Robustheit der Bildverarbeitungsalgorithmen in Hinblick auf seltene Fälle und zweideutige Szenarien testen, z. B. ein Fahrrad auf einem Camper oder Geschwindigkeitsaufkleber auf einem Lkw
  • Identifikation von false positives und false negatives bei den Testergebnissen und deren Optimierung mithilfe geeigneter Methoden von Physical Sensor Models über Monitor-HIL und Video Interface Box bis hin zu Vehicle-in-the-Loop
  • Reproduzierbarkeit von Testszenarien mit vielen Komponenten erreichen und individuelle Testszenarien wiederholbar und automatisiert im virtuellen Fahrversuch abfahren, u. a. Gegenlicht bei extremer Dunkelheit oder starker Nebel
  • Test von Interaktionen mit anderen FAS wie intelligente Geschwindigkeitsregelsysteme oder Autobahnassistenten für einen reibungslosen Ablauf der Funktion

Hier finden Sie weitere Informationen zum Thema.

Integration einer Multifunktionsmonokamera im Motorrad: MotorcycleMaker bei Continental Engineering Services (Apply & Innovate 2016)
1.76 MB / PDF / 2016 / Continential Engineering Services GmbH, Paul Schlitz, Tobias Butz / Englisch
Verkehrsschilderkennung: CarMaker am KIT (Apply & Innovate 2016)
3.59 MB / PDF / 2016 / Karlsruher Institute of Technology (KIT), Dominik Dörr, Björn Fath / Englisch
Abstandsregelsysteme: CarMaker an der TU Braunschweig (Apply & Innovate 2016)
4.65 MB / PDF / 2016 / TU Braunschweig, Thorsten Meister / Englisch
Physikalisches Sensormodell der TU Graz für CarMaker (Apply & Innovate 2014)
2.38 MB / PDF / 2014 / Graz University of Technology, Prof Dr. Arno Eichberger / Englisch

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